Mittelalters. Etwa 24.000 Mann kämpfen gegeneinander. Friedrich schlägt zwar am 27. November 1237 das Heer der lombardischen Liga, aber er vermag den militärischen Sieg nicht in einen politischen Erfolg zu verwandeln, er lehnt das weitgehend bedingungslose Friedensangebot der Mailänder ab und fordert die völlige Kapitulation. Er will die Mailänder im Staub sehen, alle Demütigungen, die er von ihnen erlitten hatte, tilgen. Mailand bricht daraufhin die Verhandlungen ab: „Wir fürchten, durch die Erfahrung gewitzigt, Deine Grausamkeit. Lieber wollen wir mit dem Schwert in der Hand sterben, als durch Hunger, Feuer oder Henkershand zugrunde gehen.” 1238 Im Juni sammelt sich ein neues deutsches Heer bei Goito in der Nähe von Verona. Friedrichs zehnjähriger Sohn Konrad ist dabei, ebenso der bereits schwer kranke Hermann von Salza. Die reichstreuen Städte, die Toskana, das Königreich Sizilien und andere italienische Regionen schicken Truppen. Auch die Könige von England, Frankreich und Spanien, der Graf der Provence, der Kaiser von Byzanz und auch der Sultan stellen Soldaten. Doch trotz dieses Heeres gelingt es Friedrich nicht, Brescia zu erobern. Er belagert es von August bis Oktober, dann löst er das Heer für den Winter auf. Zusätzlich verärgert er Papst Gregor IX. mit der Vermählung seines Sohnes Enzo mit Adelasia (1207-1255 oder 1259), der Erbin von zwei der vier Kleinkönigreiche (Judikate) Sardiniens. Der Papst, der sich als Lehensherr Sardiniens betrachtet, attackiert den Kaiser wegen dieses Affronts heftig. Genua, das Sardinien als Teil seiner Einflusssphäre ansieht, verbündet sich nun mit Venedig. Der mit den norditalienischen Städten konspirierende Papst Gregor IX., bannt den Kaiser am 20. März 1239 mit fadenscheinigen Begründungen ein zweites Mal. Gregor bezeichnet Friedrich „als die aus dem Meer gestiegene Bestie voller Namen der Lästerung ..., die nicht aufhört, auf Gottes Zelt und die Heiligen ... die gleichen Speere zu schleudern.” Friedrich habe erklärt, die ganze Welt sei von drei Betrügern, Christus, Moses und Mohammed, getäuscht worden; zwei seien in Ehren, Jesus selbst aber am Holz gestorben. Friedrich traut man den Ausspruch durchaus zu - wegen seines lockeren Umgangs mit Frauen, seiner engen Beziehung zu den Muslimen, seiner Freigeistigkeit, seiner Liebe zur Wissenschaft und seiner lauen Frömmigkeit. In Salerno stirbt Hermann von Salza. Der in dieser Zeit stattfindende Kreuzzug interessiert Friedrich nicht, obwohl er die durchziehenden Kreuzfahrer verpflegen lässt. Am 13. November wird der Großteil des christlichen Heeres vernichtet, Jerusalem geht für immer verloren. 1241 setzt Friedrich seinen Kampf gegen die Städte der Lombardischen Liga fort, er wirkt jedoch wenig geplant und sehr emotional getrieben. Die ausweglose Hartnäckigkeit, mit der Friedrich gegen die Lombarden vorgeht, verstört selbst wohlwollende Zeitgenossen. Auf die Vorhaltungen der Gräfin von Caserta antwortet er: „Ich sehe ein, Frau Gräfin, dass Ihr die Wahrheit sagt, aber ich bin schon so weit gegangen, dass ich ohne Schande für mich unmöglich noch zurückweichen kann.” (aus der Chronik des Salimbene de Adam, zit. nach ROTTER) Er belagert Faenza, das sich im April nach acht Monaten ergibt. Seine Flotte errichtet zwischen Monte Christo und dem
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