Diesmal aber hält niemand Friedrich davon ab, im Frühjahr 1235 von Foggia aus nach Deutschland zu reiten. "Er zog einher in großer Pracht, wie es der kaiserlichen Würde geziemt. Ihm folgten Wagen, beladen mit Gold und Silber, mit Byssusgeweben und Purpur, mit Gemmen und kostbarem Gerät. Er kam mit vielen Kamelen und Dromedaren, mit Affen und Leoparden, er führte zahlreiche, vieler Künste kundige Sarazenen und Äthiopier mit sich, die sein Gold und seine Schätze bewachten." Als der Kaiser naht, wird König Heinrich von den meisten seiner Anhänger im Stich gelassen. Weinend wirft er sich seinem Vater zu Füßen. Erst als einer der umstehenden Fürsten den Kaiser ersucht, die beschämende Szene zu beenden, darf Heinrich sich erheben. Zornig hält Friedrich ihm den Verrat vor. Dann setzt er ihn ab und verurteilt ihn zu lebenslanger Gefangenschaft. (Als der Einunddreißigjährige von seinen Bewachern im Februar 1242 von einer Burg zur anderen gebracht werden soll, stürzt er mit seinem Pferd von einem steilen Bergpfad in Kalabrien ab und stirbt. Erlitt er einen Herzschlag oder wollte er absichtlich seinem Leben ein Ende setzen? Friedrich trauert um ihn: "Das Leid des liebenden Vaters hat die strenge Stimme des Richters verstummen lassen.") Am 15. Juli 1235 feiert der vierzig Jahre alte Kaiser Hochzeit mit Isabella Isabella Plantagenêt von England (1214 oder 1217-1241), Tochter des verstorbenen englischen Königs Johann Ohneland, Schwester von König Heinrich III. (1207- 1272) und von Richard (1209-1272), Earl von Cornwall und Graf von Poitou, der 1257 römisch-deutscher König wird. Isabella gilt als außergewöhnlich schön, und auch Friedrich ist vom ersten Augenblick an von ihr angetan. Sie wird ihm drei Kinder gebären, darunter 1237 den Sohn Heinrich, der ab 1247 Statthalter im Königreich Sizilien sein wird. Bei der Geburt des vierten Kindes stirbt Isabella am 1. Dezember 1241 in Foggia. Wie die beiden vorangegangenen Eheschließungen ist auch diese Verbindung politisch motiviert: Der Staufer söhnt sich mit dem englischen Königshaus Plantagenet und den damit verbündeten Welfen aus. Am Reichstag zu Mainz wird am 15. August der sogenannte Mainzer Landfrieden verabschiedet. Neben zahlreichen Einzelbestimmungen wird ein unabhängiger Reichshofrichter eingesetzt, der stellvertretend für den Kaiser Recht sprechen sollte. Damit wird die Fehde, die im Adel übliche Selbstjustiz, verboten. Nicht waffenfähige Personen sollten geschützt werden. Und schließlich beschließt der Reichstag auch einen Feldzug gegen die abtrünnigen Städte in der Lombardei, da die von Friedrich erbetenen Vermittlungsversuche Gregors IX. wirkungslos bleiben. Das Weihnachtsfest 1236 verbringt Friedrich in Graz, von Januar bis April hält er sich in Wien auf, das er zur Reichsstadt erhebt. Hier wird sein neunjähriger Sohn Konrad zum römisch-deutschen König gewählt; im Mai wird die Wahl in Speyer bestätigt. Allerdings wird Konrad nur gewählt, aber nicht gekrönt. Im Herbst beginnt Friedrich den Kampf gegen die Lombardischen Städte, kann Mantua und Montechiaro einnehmen, scheitert jedoch bei Brescia. Hermann von Salza verhandelt ein letztes Mal mit den Liga-Städten. Die Verhandlungen scheitern, da die Städte nicht zur völligen Unterwerfung und der Stellung von Geiseln bereit sind. Im Mai 1237 wird Friedrichs neunjähriger Sohn Konrad (IV.) zum neuen König gewählt. Er bleibt in Deutschland zurück, als der Kaiser im Sommer gegen die lombardischen Städte in den Krieg zieht. Am 27. November 1237 kommt es bei Cortenuova, südlich von Bergamo, zu einer der größten Schlachten des
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