Königreichs ein, was dem Papst als dessen Lehnsherr ohnehin zustand. Die Verwaltung wurde einem sogenannten Thronrat übertragen und bestand aus dem Kanzler Walter von Pagliara, Bischof von Troia (bei Foggia Apulien) und vier süditalienischen Erzbischöfen. Den fast siebenjährigen, brachte Markward von Annweiler, ein ehemaliger  Heereskommandant Heinrichs, am 1. November 1201 in einem Handstreich in seine Gewalt. Nach seinem Tod (Ende 1202) riss Wilhelm Capparone, vermutlich ein deutscher Heerführer, der ebenfalls mit Heinrich VI. nach Italien gekommen war, die Macht an sich und trat als Wächter des Königs und Großkapitän Siziliens auf. Einige Jahre später, im November 1206, gelang es jedoch Walter von Pagliara, Capparone auszuschalten und die Gewalt über den König zurück  zu gewinnen. Wegen dieser Umstände  treibt er sich noch als zwölfjähriger Waisenknabe in Palermo herum, ebenso rauflustige wie wissbegierige. Zumeist bleibt er sich selbst überlassen und lernt deshalb auch nicht zu gehorchen. Er balgt sich mit anderen Jungen, will von einem Schlangenbeschwörer wissen, wo die sich wiegende Kobra ihre Ohren habe, schaut einem sarazenischen Silberschmied bei der Arbeit zu, ein byzantinischer Geistlicher klärt ihn über seinen Glauben auf und ein Troubadour aus der Provence verrät ihm, wie er seine Minnelieder dichtet. 1208 mit seinem 14. Geburtstag endet die Vormundschaft des Papstes. Friedrich ist zwar noch nicht volljährig, tritt aber als rechtlich in die pupertas ein, die eingeschränkte rechtsfähige Minderjährigkeit, die erst mit der Vollendung des achtzehnten Lebensjahrs endet. Seine ersten Amtshandlungen lassen seinen starken Willen zu einer eigenständigen Politik erkennen: er drängt Kanzler Walter von Pagliara aus dem Amt, nimmt Einfluss auf die Besetzung des Erzbischofs von Palermo und lässt die Rechtmäßigkeit alter Privilegien überprüfen. Sein Onkel Philipp von Schwaben wird am 21. Juni in Bamberg ermordet, Otto IV. hat damit freie Hand in Deutschland und beginnt, eine ausgreifende Italienpolitik zu verfolgen. 1209 auf Betreiben von Papst Innozenz III. heiratet Friedrich Konstanze von Aragon, der fünfundzwanzig Jahre alten Witwe des ungarischen Königs Emmerich und Mutter eines Sohnes. Er kannte sie vor der Eheschließung nur vom Hörensagen. Entscheidend sind ohnehin weder Gefühle noch ihr Aussehen, sondern die Mitgift: darunter fünfhundert spanische Ritter, die Friedrich helfen sollen, die Ordnung in seinem Königreich wiederherzustellen. Die meisten von ihnen erliegen allerdings zwei Monate nach ihrer Ankunft einer Seuche. Obwohl Kaiser Heinrich VI. im Dezember 1196 die deutschen Fürsten dazu gebracht hatte,  seinen Sohn zum deutschen König zu wählen, krönten die Feinde der Staufer den Welfen Otto von Braunschweig, während eine andere Partei Philipp von Schwaben, den Bruder des verstorbenen Stauferkaisers, auf den Thron hob. Die Machtprobe zwischen den von England unterstützten Welfen und den mit Frankreich verbündeten Staufern endet nach zehn Jahren, als Philipp zur Hochzeitsfeier einer Nichte nach Bamberg reitet und dort im Alter von einunddreißig Jahren von einem Wittelsbacher Pfalzgrafen aus persönlicher Rachsucht mit dem Schwert erschlagen wird. 1209-1211 bricht Otto mit einem starken Heer nach Italien auf und wird am 4. Oktober 1209 in Rom von Papst Innozenz III. zum römisch-deutschen Kaiser gekrönt. Dann  beginnt er, entgegen seiner Abmachungen mit dem Papst, mit den Vorbereitungen für einen Krieg gegen Sizilien und gewinnt dafür zahlreiche Adelige des festländischen Siziliens. Relativ problemlos kann er deshalb nach Süditalien vorstoßen und bereitet sich im Oktober 1211 darauf vor, von Kalabrien auf die Insel überzusetzen. Auch auf Sizilien selbst signalisieren im einige Adelige und die Sarazenen, dass sie ihn anerkennen wollen. Der Papst bannt daraufhin den Kaiser und erreicht im Zusammenspiel mit dem französischen König Philipp August, dass einige deutsche Fürsten von Otto IV. abfallen.
4