Kaiser Friedrich II. 1194 - 1250 / Biografie Nur noch Steine sind heute von Palermos glanzvollen Zeiten übrig, aber regelmäßig bringen Einheimische und Touristen frische Blumen an den Sarkophag des Staufers in der Kathedrale von Palermo. Es war im Jahr 1200, Friedrich  war gerade mal fünf Jahre alt, ein Waisenkind mit deutschen Wurzeln. Das, was Friedrich sah, muss ihn verwirrt und bezaubert haben, er sah Bagdad im Morgenland, er sah über 300 Moschen die damals das Stadtbild geprägt haben, von den Kuppeln ertönten die Rufe der Muezzins. Er sah Basarstraßen und üppige Gärten, aus denen Lustschlösser erstrahlten, hell wie Wüstenkastelle. Er blickte auf das Erbe seiner normannischen Vorfahren, die den Sarazenen aus Nordafrika und Persien die Macht abgetrotzt hatten und trotzdem eine kluge Toleranzpolitik betrieben, weil sie Kunst und Wissenschaft förderten und Religionsfreiheit erlaubten, weil sie die bestehende Kultur übernahmen, ohne sie zu zerstören. Es war die Zeit einer politisch-kulturellen Harmonie und Palermo so etwas wie ein Schmelztiegel der mittelalterlichen Welt. Hier wuchs er auf, in dieser blühenden Wirtschaftsmetropole mit rund 200 000 Einwohnern, halb Muslime, halb Christen, darunter ein paar Griechen. Nur Konstantinopel soll damals noch schöner und größer gewesen sein. Rom, einst Zentrum der Antike, war ein Städtchen dagegen, arm und geplündert. In Jesi, einer kleinem Stadt in Mittelitalien, direkt auf dem Marktplatz, soll ihn seine Mutter Konstanze in einem Zelt entbunden haben. Sofort verbreitete sich das Gerücht, die 40-jährige Konstanze hätte ihrem Mann Heinrich das Kind nur untergeschoben. Die Gegner der Staufer behaupteten Federico sei nicht königlicher Abstammung, sondern der  Sohn eines Metzgers, eines Falkners oder Müllers gewesen. Beweise für diese Verleumdungen gab es keine. Bereits nach drei Monaten wurde Friedrich der Herzogin von Spoleto, an den Herzoghof in Foligno, zur Betreuung übergeben. Ihr Mann Konrad von Urslingen gehörte zu den engsten Vertrauten Heinrichs VI. Seine ersten Lebensjahre verbracht Federico deshalb in Foligno in der heutigen Region Umbrien, Provinz Perugia, Italien. 1196 um Weihnachten, wählten die Fürsten in Frankfurt den gerade zweijährigen Königssohn in Abwesenheit zum römisch-deutschen König (rex Romanorum). Mit dieser Wahl wollte sein Vater vor dem Aufbruch zu seinem Kreuzzug, seine Nachfolge geregelt wissen. Durch den unerwarteten Tod von Heinrich VI. konnte die Krönung zum römisch- deutschen König nicht mehr erfolgen. Mit fast drei Jahren kam Friedrich im Herbst 1197 an den Hof nach Palermo. Am 17. Mai 1198 wurde er im Dom von Palermo zum König von Sizilien gekrönt. Konstanze seine Mutter, verzichtete gleichzeitig mit der Krönung für Friedrich, auf den Titel rex Romanorum, da der Papst eine Doppelherrschaft des nordalpinen Reiches und Siziliens befürchtete. Um Ihrem Sohn wenigstens die Nachfolge im Süden zu sichern, musste Konstanze sich Innozenz III.  (1198-1216) gegenüber, unter dem das Papsttum den Höhepunkt seines Einflusses in Europa erreichte, entgegenkommend zeigen. So verzichtete sie auf die Kontrolle der süditalienischen Landeskirche, wie sie von ihren Vorgängern gegen den Widerstand der Päpste durchgesetzt hatte. Da sie jedoch die Verhandlungen mit Innozenz nur als sizilische Königin und nicht als Kaiserin führte, hielt sie ihrem Sohn spätere Optionen offen. Noch 1198 setzte Konstanze Papst Innozenz III. als Vormund  für Friedrich und zum Regenten des
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